Dumm gelaufen, Münchner wegen illegalem Internetglücksspiel verurteilt

January 15th, 2015

Dumm gelaufen, Münchner wegen illegalem Internetglücksspiel verurteilt
Dumm gelaufen, Münchner wegen illegalem Internetglücksspiel verurteiltDer Malermeister aus Münchner hatte beim Blackjack-Spielen in Online Casinos wirklich goldene Hände. Er konnte mit einem Einsatz von 121 000 Euro immerhin 201 500 britische Pfund, das sind umgerechnet mehr als 260 000,- € gewinnen. Dumm nur, dass er fast die Hälfte über das Geschäftskonto seines Handwerksbetriebes überwiesen hatte. So wurden die Behörden auf ihn aufmerksam und, da die Zockerei im Web ja in Deutschland nicht erlaubt ist, wurde er vor Gericht gestellt und vom Richter wegen Beteiligung am unerlaubten Glücksspiel zu einer Geldstrafe von 2100 Euro verurteilt. Das schmerzte viel weniger als die Tatsache, dass auch der noch vorhandene Gewinn in der Höhe von 65.000 € in der Staatskasse landete. Seine Argumente, die der Malermeister beim Münchner Amtsrichter vorbrachte, stiessen aber hier auf taube Ohren. Weder die Annahme, dass das Zocken im Internet erlaubt sei, da ja auch Prominente wie etwa Boris Becker oder der FC Bayern die Werbetrommel rühren noch der Einwand seines Anwalts, dass der deutsche Glücksspielstaatsvertrag dem europäischen Recht widerspricht, beeindruckten den Richter. Der Mann bekam wegen Beteiligung am unerlaubtem Glücksspiel eine Geldstrafe von 2100 Euro aufgebrummt und die verbliebenen, nachweislich aus dem Gewinn stammenden 63 490 Euro, flossen in die Staatskasse. Der Richters meinte, dass der Münchner mit bedingtem Vorsatz gehandelt hatte und er verwies auf die Nutzungsbedingungen des Casinos, die vor der Zulassung zum Spiel von jedem Spieler akzeptiert werden muss. Hier ist zu lesen, dass das Internet-Glücksspiele in einigen Ländern verboten sind und deshalb müsse jeder Zocker selbst prüfen, welche Gesetze für ihn gelten. Der Richter meint, dass hier schon durch einfaches googeln festgestellt werden konnte, dass das virtuelle Zocken in der Bundesrepublik illegal ist. Zu den Promis, die für Glücksspiel im Internet werben, meinte der Richter, dass es sich hier nicht um Glücksspiel sondern ausschließlich um Sportwetten gehandelt habe und auch dem juristischen Laien ist der Unterschied zwischen einer Sportwette und einem Glücksspiel wie Blackjack bekannt. Auch das Glücksspielverbot in Deutschland entspreche den Vorgaben des Europäischen Gerichtshof, der bereits festgestellt hat, dass jeder Mitgliedsstaates Spiel- und Wetttätigkeiten kontrollieren oder gar verbieten dürfe. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

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